Entstehung des IDTG

Das Institut für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG) ging 2018 aus dem Forschungsprojekt Nachlass Warlich hervor, das sich seit 2015 mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Objekten, Bildmaterialien, schriftlichen Zeugnissen sowie der historischen und gegenwärtigen Rezeption des Hamburger Tätowierers Christian Warlich (1891–1964) befasste. Die Gründung des IDTG fiel in die Vorbereitungen zur Ausstellung Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli im Museum für Hamburgische Geschichte (2019/20), bei der das IDTG als Kooperationspartner beteiligt war. Im Zuge dieser Arbeiten zeigte sich, dass tätowierspezifische historische Bestände in Deutschland bislang nur in geringem Umfang systematisch erfasst, gesichert und wissenschaftlich untersucht worden waren.

Vor diesem Hintergrund bietet das IDTG einen institutionellen Rahmen, um tätowierhistorische Bestände systematisch zu erschließen, zu kontextualisieren und langfristig verfügbar zu machen. Das Projekt Nachlass Warlich bildet dabei die Grundlage der Arbeit des Instituts und dient als Modell für weitere Vorhaben, etwa zu Horst Streckenbach oder Ruth und Hans Ullrich.

Zur Unterstützung der Forschungsvorhaben wird das IDTG unter anderem durch Spenden aus dem Verkauf von Warlich Rum gefördert. Das Produkt entstand ursprünglich im Zusammenhang mit der Ausstellung Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli für den Museumsshop und knüpft an Christian Warlichs Tätigkeit als Tätowierer und Gastwirt in Hamburg-St. Pauli an, der in seiner Gastwirtschaft unter anderem Grog, ein heißes Rumgetränk, ausschenkte. Die aus dem Verkauf des Produkts generierten Spenden tragen zur Finanzierung von Projekten des Instituts bei, insbesondere zur Realisierung und Drucklegung wissenschaftlicher Publikationen.

Team

Manfred Kohrs

Vorsitzender des Vorstands

Manfred Kohrs traf 1975 auf Horst „Samy“ Streckenbach und erlernte bei ihm das Tätowieren.
1976 eröffnete er das erste Tattoo-Studio in Hannover und war bis 1988 als Tätowierer tätig. Er stellte bereits früh die rein gewerbliche Einordnung des Tätowierens infrage und gründete 1977 die erste Vereinigung deutscher Tätowier-Künstler, aus der 2018 der Tätowierkunst e.V. hervorging.

Kohrs entwickelte 1978 ein neues, funktionelles Design für die elektrische Rotations-Tätowiermaschine und fertigte das erste Barbell-Piercing an. Im Alter von 40 Jahren begann er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, absolvierte ein Studium der Ökonomie und ist seither in der Steuerberatung tätig.

Von 2018 bis 2020 stand Kohrs dem Kurator der Ausstellung Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli am Museum für Hamburgische Geschichte, Ole Wittmann, beratend zur Seite. Er ist Vorstandsvorsitzender des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG) und beschäftigt sich mit der Auswertung des Nachlasses von Horst Streckenbach.

E-Mail: m.kohrs@idtg-ev.de

Foto: André Groß

Bücher

HERAUSGEBERSCHAFTEN


Ruth & Hans Ullrich. Aus der Stube in die Welt – Tätowier-Kultur in der Mitte des 20. Jahrhunderts/From the Living Room to Far-off Lands – Tattoo Culture in the Mid-20th Century
, Manfred Kohrs, Ole Wittmann (Hrsg.), Wedemark: Institut für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG) 2025 (= Schriftenreihe des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte, Bd. 1).

SELBSTPUBLIKATIONEN


Tattoo History No. 1. Tattoo-Artists go Public. US-Conventions 1976–1988
, Wedemark: 2025.

Tätowier-Vorlagenbuch Horst „Samy“ Streckenbach (1925–2001), Wedemark: 2024.

Tätowier-Vorlagenbuch. Großbritannien/Schottland um 1920, Wedemark: 2023.

 


Beiträge

SAMMELBÄNDE


„Von der langen Suche nach Tätowier-Geschichte/About the Long Search for Tattoo History, in: Ruth & Hans Ullrich. Aus der Stube in die Welt – Tätowier-Kultur in der Mitte des 20. Jahrhunderts/From the Living Room to Far-off Lands – Tattoo Culture in the Mid-20th Century, Manfred Kohrs, Ole Wittmann (Hrsg.), Wedemark: Institut für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG) 2025 (= Schriftenreihe des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte, Bd. 1), S. 15–22.

„Zwischen Gebrauch und Geschichte: Das Tätowier-Vorlagenbuch Hans Ullrichs/From Use to History: Hans Ullrich’s Tattoo Flash Book(mit Ole Wittmann), in: Ruth & Hans Ullrich. Aus der Stube in die Welt – Tätowier-Kultur in der Mitte des 20. Jahrhunderts/From the Living Room to Far-off Lands – Tattoo Culture in the Mid-20th Century, Manfred Kohrs, Ole Wittmann (Hrsg.), Wedemark: Institut für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG) 2025 (= Schriftenreihe des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte, Bd. 1), S. 81–112.

Paul-Henri Campbell: Tattoo & Religion. Die bunten Kathedralen des Selbst (Interview mit Manfred Kohrs), Heidelberg: Wunderhorn 2019, S. 86–95.

PUBLIKUMSZEITSCHRIFTEN


European Tattoo Artist Association. Ein Rückblick von Manfred Kohrs, in: Tattoo Kulture Magazine 51, Mai 2023, S. 12–17.

Tattoo-Clubs und Vereine. Ein europäischer Rückblick“, in: Tattoo Kulture Magazine 49, März 2022, S. 12–20.

Elizabeth Weinzirl, the tattooed Grandma“ (mit einem Kommentar von Jim Ward), in: Tattoo Kulture Magazine 48, Dezember 2021, S. 12–22.

Die tätowierten Damen der Belle Époque“, in: Tattoo Kulture Magazine 46, August/September 2021, S. 10–25.
Ebenso erschienen auf: feelfarbig.com (1.3.2025).

Ove ‚Doc Forest‘ Skog. Schwedens Tattoo-Pionier“, in: Tattoo Kulture Magazine 45, Juni/Juli 2021, S. 14–29.

Flammend’ Herz – Eine Freundschaft, die unter die Haut geht“ (mit Sabrina Ungemach), in: Tattoo Kulture Magazine 44, April/Mai 2021, S. 14–19.

Tätowierungen in der bildenden Kunst des späten 20. Jahrhunderts“, in: Tattoo Kulture Magazine 42, Januar/Februar 2021, S. 24–29.

Lyle Tuttle. Tattoo-Pioniere im Fort Notch“ (mit Heiko Gantenberg), in: Tattoo Kulture Magazine 38, Mai/Juni 2020, S. 38–47.

Der vergessene Pionier – Horst H. Streckenbach. ‚Tattoo-Samy‘“, in: Tattoo Kulture Magazine 32, Mai/Juni 2019, S. 28–40.

Es handelt sich um eine ausgewählte Zusammenstellung.

Museum August Kestner, Hannover, 10.9.2025

Podiumsdiskussion: „Antike meets Dürer: Tätowieren als grafische Technik“, im Rahmen der Ausstellung Tattoo. Antike, die unter die Haut geht.

Sign of the Times, Gießen, 31.8.2025

Vortrag: „Tätowierungen in der bildenden Kunst der 1970er und 80er Jahre“, Ausstellungsreihe Sign of the Times am KiZ – Kultur im Zentrum Gießen.

BMXnet Conference, Berlin, 14.–17.8.2025

Vortrag: „Tattoo Artists go Public. US Conventions 1976–1988“.

Vortrag: „Tattooists of All Countries, Unite! European Tattoo Clubs and Associations of the 20th Century“.

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 29.5.2024

Vortrag: „Die tätowierten Damen. Aufbruch in die Moderne“, Vortragsreihe Alles eine Frage der Klasse?! Intersektionale und queerende Perspektiven in den Kunst- und visuellen Kulturwissenschaften am Institut für Kunst und visuelle Kultur.

BMXnet Conference, Berlin, 1.–4.8.2024

Vortrag: „Tattoo Samy. Die erotische Seite eines Pioniers der Bodymodification Szene“.

Vortrag: „Tattoo Samy and the European Piercing Underground“.

Vortrag: „Die Rotary-Tattoo-Maschine. Ein Blick in die Vergangenheit“.

BMXnet Conference, Berlin, 7.–10.9.2023

Vortrag: „Die tätowierten Damen. Aufbruch in die Moderne“.

BMXnet Conference, Essen, 15.–18.9.2022

Vortrag (mit Marcus Strohner): „H. H. Streckenbachs Welt des Piercings und des Fetischs“.

BMXnet Conference, Berlin, 17.–19.9.2021

Vortrag: „Der Tätowierer Johann ‚Hans‘ Ullrich (1909–1957)“.

Vortrag: „Der geheimnisvolle ‚Dr. Dold‘“.

BMXnet Conference, Essen, 13.9.2019

Vortrag: „Deutsche Piercinggeschichte Teil2: ‚Samy‘. Die Geschichte von Horst Streckenbach“.

Es handelt sich um eine ausgewählte Zusammenstellung.

TV & FILM


h1, Tinte im Blut – Gesellschaft und Körperkunst von Jette Müller, 2024.

Kurzfilm: Tatueringar är tvättäkta von Jørgen Nash und Lütfi Özkök, 1975.

 


Print & Online


„Mit heißer Nadel. Wenn Brotbacken und Spazierengehen zu langweilig werden: Junge Erwachsene haben während der Pandemie das Tätowieren als Lockdown-Hobby entdeckt“ von Xenia Miller, in: Süddeutsche Zeitung, 31.3.2021, S. 8.

Getting Ink: The Entire History of Tattooing – Rotary Returns“ von Courtney Lindner, in: Popular Mechanics, 7.2.2021.

Heiko Gantenberg rallies the troops and introduces Tätowierkunst e.V.!“ von Patrick Kitzel, in: Tattoo Today 6, Spring 2021, S. 4.

„Wie das Piercing in Deutschland Bekanntheit erlangte“ von Philipp Schaab, in: Tätowier Magazin 293, Juli 2020, S. 80–81.

Die Tattoo-Forscher Dr. Ole Wittmann & Manfred Kohrs“ von Sabrina Ungemach, in: Tattoo Kulture Magazine 35, November 2019.

„Nadelstiche. Im Interview: Manfred Kohrs“, in: Stadtkind Hannovermagazin, Juli 2016, S. 44–49.

Mississippi Gulf Coast’s Observer, Vol. 13, Ausgabe 3, September 2012, S. 36.

„Manfred Kohrs, ein Tätowierer mit künstlerischen Ambitionen“, in: Offenbach-Post 180, 1984.

„Bilder die unter die Haut gehen“, in: Cellesche Zeitung, 5.5.1984, S. 23.

Portrait eines Künstlers – Manfreds Bilder fahren Straßenbahn, in: NaNa Hannover 36, 23.12.1982.

„Manfred Kohrs – Tätowieren. Eine besondere Kunst“, in: Hannoversche Allgemeine, 23.4.1981.

National Tattoo Magazine, Juni 1978, S. 9; Juli 1978, S. 13; September 1979, S. 8 ff.

„Samy tätowierte sieben Häute“, in: Hannoversche Allgemeine, 27.1.1975.

Es handelt sich um eine ausgewählte Zusammenstellung.

Foto: Benne Ochs

Dr. Ole Wittmann

Vorstand und Forschungsleiter

Ole Wittmann studierte Kunstgeschichte, Kulturanthropologie und Soziologie in Hamburg.
2015 promovierte er über den menschlichen Körper als Bildträger für Tätowierungen. Seine Dissertation Tattoos in der Kunst erschien 2017. Zwischen 2009 und 2016 war Ole Wittmann wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arno Schmidt Stiftung sowie am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, wo er die Ausstellung Tattoo co-kuratierte.

Ferner arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg und leitete von 2015 bis 2020 das Forschungsprojekt Der Nachlass des Hamburger Tätowierers Christian Warlich (1891–1964) am Museum für Hamburgische Geschichte, wo er die Ausstellung Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli kuratierte.

Seit 2018 ist Ole Wittmann Forschungsleiter und Vorstandsmitglied des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG).

E-Mail: o.wittmann@idtg-ev.de


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Dr. Klaus Gier

Stellvertretender Forschungsleiter

Klaus Gier studierte Kunstgeschichte, Psychologie und Geodaesie in Bonn und wurde 2000 promoviert. Internationale Beachtung fand seine Dissertation über Cover Designs von Andy Warhol, die sowohl folgende Arbeiten über das Genre Cover Design in der bildenden und angewandten Kunst, als auch die wissenschaftliche fachübergreifende Auseinandersetzung über das Verhältnis zwischen Design und Kunst maßgeblich förderte.

Seine berufliche Tätigkeit begann er als Student und freier Journalist im Ressort Bildende Kunst und Kultur bei einem progessiv ausgerichteten beliebten Bonner Stadtmagazin. Zwischen 1994 bis 2002 arbeitete er für namhafte internationale Werbe- und Kommunikationsagenturen als Konzeptioner und Creative Director. 2002 wechselte er in den kulturellen Non-Profit-Bereich und war unter anderem als Pressesprecher und Kommunikationsmanager für verschiedene Museumsstiftungen, unter anderem dem Altonaer Museum in Hamburg, tätig.

2018 wurde er zum stellvertretenden Forschungsleiter des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte berufen.

Julia Pucher

Wissenschaftliche Mitarbeit

Julia Pucher schloss ihr Masterstudium 2018 der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien ab. Zudem absolvierte sie 2015 ihr Masterstudium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Linz. Im Zuge ihrer Studien beschäftigt sie sich mit der Tätowierung in verschiedenen historischen und sozio-kulturellen Kontexten.

Julia wirkte bereits an verschiedenen Publikationen der Tattoo Collection Kohrs mit. Derzeit ist sie als Tätowiererin am Bodensee sowie in Berlin tätig. Sie engagiert sich außerdem als aktives Mitglied im Tätowierkunst e.V., am IDTG seit 2025.

E-Mail: j.pucher@idtg-ev.de

Beiträge

SAMMELBÄNDE


„Klassische Tätowier-Motive im Wandel der Zeit – die Meerjungfrau/Classic Tattoo Motifs through the Ages – The Mermaid, in: Ruth & Hans Ullrich. Aus der Stube in die Welt – Tätowier-Kultur in der Mitte des 20. Jahrhunderts/From the Living Room to Far-off Lands – Tattoo Culture in the Mid-20th Century, Manfred Kohrs, Ole Wittmann (Hrsg.), Wedemark: Institut für deutsche Tätowier-Geschichte e.V. (IDTG) 2025 (= Schriftenreihe des Instituts für deutsche Tätowier-Geschichte, Bd. 1), S. 113–119.

„Foreword – Tattoo Conventions Back Then and Today“, in: Tattoo History No. 1. Tattoo-Artists go Public. US-Conventions 1976–1988, Manfred Kohrs (Hrsg.), Wedemark: 2025, S. 8–13.

„Klassische Tätowiermotive im Wandel der Zeit“, in: Tätowier-Vorlagenbuch Horst „Samy“ Streckenbach (1925–2001), Manfred Kohrs (Hrsg.), Wedemark: 2024, S. 168–170.

„Die Tätowierung als Mittel der Identitätskonstruktion in der postmodernen Gesellschaft: Das Beispiel der Modern Primitives, in: Stich:Punkte. Theorie und Praxis der Tätowierung, Lenzhofer/Eberhard/Poncette/Harfst (Hrsg.), Wien: HammockTreeRecords 2012, S. 131–145.

Diana Kohrs

Verwaltung und Archiv

Diana Kohrs absolvierte eine Lehre als Versicherungskauffrau und schloss ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Leibnitz-Universität Hannover als Verwaltungsbetriebswirtin ab. Bis 2007 war sie in einem Versicherungskonzern tätig, zuletzt als Handlungsbeauftragte und Referentin mit Führungsaufgaben im betrieblichen Bildungswesen. Im Jahr 2008 erfolgte ein Wechsel in die Steuerberatung, wo sie eine leitende Position in der Lohnbuchhaltung einer Steuerberatungsgesellschaft innehat.

Diana ist Gründungsmitglied des IDTG und gegenwärtig im Archiv sowie in der Verwaltung des Instituts tätig.

Volker Henze

Gestaltung und Publikationen

Volker Henze studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule Mannheim. In seiner Bachelorarbeit Bold will Hold – Ikonografie in der westlichen Tätowierung zwischen 1800 und 1960 untersuchte er die Bedeutungsebenen klassischer Tattoo-Designs und entwickelte zugleich ein flexibles Gestaltungskonzept für wissenschaftliche Publikationen.

Seit 2018 ist er als Art Director in Hamburger Kreativagenturen tätig. 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit der Fotografin Chap Chaplin das Buch Hamburg Tätowiert, das die Geschichte der Hafenstadt über die Vielfalt ihrer Studios erzählt.

Seit 2022 gestaltet er die Publikationen der Tattoo Collection Kohrs sowie des IDTG.

Wissenschaftlicher Beirat

Cecilia De Laurentiis

Cecilia De Laurentiis ist Kunsthistorikerin, Tätowiererin und unabhängige Forscherin mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Tätowierung. Sie studierte Kunstgeschichte an der Sapienza Universität in Rom.
Sie lebt und arbeitet in Rom, wo sie das Tattoo-Studio Seabird Tattoo betreibt und als Tätowiererin tätig ist. Parallel dazu lehrt sie die Geschichte der Tätowierung in verschiedenen Ausbildungsprogrammen in Italien und kuratiert Ausstellungen zur Tattoo-Kultur.

Im Kontext des Forschungsprojekts Nachlass Warlich wirkte sie an der wissenschaftlichen Aufarbeitung mit und veröffentlichte unter anderem den Beitrag Der Tätowierer Karl Finke: Zu den Anfängen der professionellen Tätowierung in Hamburg.

Ihre Arbeit verbindet kunsthistorische Forschung mit der Praxis des Tätowierens und trägt zu einem erweiterten Verständnis der Tätowierung als kulturelle und historische Ausdrucksform bei.

Foto: Christina Schröder

Dr. Igor Eberhard

Igor Eberhard ist Kultur- und Sozialanthropologe an der Universität Wien und Journalist. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Tätowierungen und untersucht ihre Hintergründe, Kulturgeschichte, Kriminalisierung und Anthropologie. Er forscht heute außerdem über andere fast Vergessene: Menschen, denen Kriminalität oder „Abnormität“ nachgesagt wird, sozial Stigmatisierte und Underdogs.

Neben diesen Bereichen forscht er zu skin studies, Forschungsethik, Ethnographischen Daten und Ethnographischen Sammelpraxen und Provenienzthemen.

Eberhard hat an Kultur- und Sozialanthropologie, Germanistik, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Mainz und Wien studiert. Für seine Dissertation erforschte er Tätowierungen und Tätowierungsgeschichte am Beispiel der Heidelberger medizinhistorischen Sammlung Schönfeld.

Seit 2023 ist er Wissenschaftlicher Leiter des Ethnographischen Datenarchivs an der UB Wien, dessen Mitbegründer er ist. Seit 2017 ist er Sammlungsleiter der Ethnographischen Sammlung des Instituts. Zuletzt hat er im Rahmen eines Stipendiums im Wiener „Narrenturm“ und im Gerichtsmedizinischen Museums des Josephinums über Kriminalität und Kriminalisierungsvorstellungen bei Tätowierten geforscht.

Derzeit liegen seine Schwerpunkte auf unbekannten Aspekten der deutschsprachigen Tattoogeschichte und der Weiterentwicklung von Tätowierungen als Ritual. Sein nächstes Buch Stigma Tattoo. Die Heidelberger Sammlung Schönfeld und ihre Bedeutung für die Pathologisierung von Tätowierten erscheint Ende 2026.

Dr. Matt Lodder

Matt Lodder ist Dozent für Kunstgeschichte und -theorie sowie Leiter des Bachelor-Studiengangs Kunstgeschichte an der University of Essex. Er lehrt und forscht zur europäischen, amerikanischen und japanischen Kunst sowie zu visueller Kultur vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Anwendung kunsthistorischer Methoden auf die Geschichte der westlichen Tätowierung vom 17. Jahrhundert bis heute, insbesondere auf die professionelle Tätowierpraxis seit dem späten 19. Jahrhundert. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Geschichte von Körpermodifikationen sowie mit Fragen von Körper, Kultur und Politik.
Er ist einer der international profiliertesten Forscher zur Geschichte der Tätowierung und trägt maßgeblich dazu bei, die Tätowierung als eigenständiges Forschungsfeld innerhalb der Kunstgeschichte zu etablieren.

Er ist Autor der Monografien Painted People: Humanity in 21 Tattoos und Tattoos: The Untold Story of a Modern Art sowie Host des Podcasts Beneath the Skin.

Foto: Tintype

Ehrenmitglieder

Foto: Fabian Neeser

Dr. Mark Benecke

Mark hat in New York auf St. Mark’s Place gelebt, der Straße mit der vermutlich damals dichtesten Zahl von Tätowier- und Piercing-Studios. Von Herbert Hoffmann hat er die Letzte Seite im Tätowiermagazin übernommen, für das er bis zur letzten Ausgabe schrieb (letzter Artikel darin: „Vor-Ort-Bericht über den Polizisten, der vor dem Bundes-Verwaltungs-Gericht erstreiten wollte, dass er sich das Wort ‚Aloha‘ auf den Arm tätowieren darf“). Von Mark stammt die erste medizinische Beschreibung einer Zungenspaltung sowie eine legendäre Auseinandersetzung mit der Europäischen Union gegen das Verbot von Tätowierfarben. Aus Randys Studio in Zwickau trägt er die Skizze einer Steckdose in schwarzweiß und von Hanky Panky drei Punkte im Gesicht, die für „Kaffee, Kuchen, Kekse“ stehen.

Projektbezogene Mitarbeit

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